19.03.2003; Seite 17

Winterthur

1000 Schüler gegen George Bush

Jugendliche aus mehreren Schulhäusern protestierten gestern in Winterthur gegen den Krieg.

Ausgangspunkt der unbewilligten Demonstration war die Kantonsschule Büelrain. Etwa 200 Gymnasiasten durchquerten um 10 Uhr die Altstadt und holten Hunderte von Kolleginnen und Kollegen aus den Kantonsschulhäusern Lee und Rychenberg sowie aus der Berufs- und Fortbildungsschule und dem KV-Schulhaus. «Wir haben uns am Montag untereinander und mit den Leuten an den anderen Kantis abgesprochen», sagte der Mitinitiant und Juso-Aktivist Simon Lüscher. Die Stadtpolizei war mit gegen 20 Beamten im Einsatz, um die Demonstrationsroute im Lindquartier, Neuwiesenquartier und entlang der Altstadt zu sichern. Kurz vor 12 Uhr traf die auf 1000 Personen angewachsene friedliche Schar vor dem Stadthaus ein, skandierte Sprechchöre gegen Bush und die US-Politik im Irak - und löste sich auf.

Die Polizei verzeichnete keine Sachbeschädigungen, und die blockierten Automobilisten übten sich in Geduld oder hupten unterstützend. Am Nachmittag kehrte in den Schulen der Alltag ein. Thomas Rutschmann, Rektor der Kantonsschule Lee, zum Ausfall von zwei Unterrichtsstunden: «Viel weniger gravierend als das Ereignis, gegen das demonstriert wurde.» Ein solcher «einmaliger Ausdruck von Wut und Hoffnung» sei zu akzeptieren. Auch die Polizei will gegen die Organisatoren nicht vorgehen. Diese erfuhren am Nachmittag, dass auch in Sitten VS rund 2000 Studierende und Schüler für den Frieden demonstriert hatten. (fmj)