Di 14.09.2004

MATURFEIER DER KANTONSSCHULE IM LEE

Maturanden sollen Vorbilder wählen
Umrahmt von Musik, Reden und einem Sketch, wurden am Freitag 127 Kantonsschülern die Maturitätszeugnisse überreicht.

«Bilder prägen das Leben», sagte Kantonsrätin Anita Simioni-Dahm in ihrem Referat zu den Maturandinnen und Maturanden. Das Mitglied der kantonsrätlichen Kommission für Bildung und Kultur riet den Schulabgängern, sich ihrer Vorbilder bewusst zu werden. Sie selbst zum Beispiel sei beeindruckt gewesen von mutigen und geradlinigen Frauen wie Jeanne DArc, Elektra oder Antigone. Dass sie diese Vorbilder nur ansatzweise erreiche, tue nichts zur Sache, denn solche Visionen legten eine Lebensspur, führte sie wortreich und mit Witz aus. Auch die Schulabgänger sollten ihre Vorbilder im Leben draussen nicht verstauben lassen. Ein allzu weites Abweichen von den eigenen ethischen Massstäben mache nämlich oft müde und krank. Anlässlich der feierlichen Übergabe der Maturitätszeugnisse an 92 Schulabgängerinnen und 35 Schulabgänger der Kantonsschule Im Lee war am Freitag das Stadthaus bis zum letzten Platz gefüllt.

Selbst komponiertes Quartett

Rektor Thomas Rutschmann sagte zu den «Maturae» und «Maturi», dass nun an Stelle der straffen Führung zum Ziel die unbegrenzte Freiheit trete. Diese gleiche aber paradoxerweise oft einem Labyrinth mit zählreichen Ausgängen. Den Weg durch diesen Irrgarten schienen viele Maturanden aber schon gefunden zu haben. So hatte Nicky Bunschoten als Maturarbeit ein beeindruckendes Quartett komponiert, das im Stadthaus von vier Schülerinnnen vorgetragen wurde. Tabea Schneiter, Ursula Rüdisüli und Franziska Pfenninger zeigten einen gelungenen Sketch über die Nöte einer Erstklässlerin, der für tosendem Applaus und viel Gelächter sorgte. Den Auftritt umrahmte Fabienne Röösli mit schwungvollen Darbietungen irischer Stepptänze. Ein Preisgeld von der Johann-Jacob-Rieter-Stiftung für ihre gelungene Maturarbeit erhalten Sebastian Baumhader, Pascal Gratz, Marion Hertz, Sonja Kuttnig, Stefan Lütolf und Matthias Ruhm. Die im letzten Schuljahr verfassten Beiträge reichten von einer Erzählung über ein Softwareprogramm bis hin zu Erdbebenexperimenten. Die Ausführungen von Pascal Gratz über Fabelwesen in lateinischen Texten wurden zudem als eine der fünf besten Arbeiten im Kanton Zürich ausgezeichnet. Die besten Maturandinnen und Maturanden der einzelnen Klassen waren Nicky Bunschoten (4aA) mit 5,22, Linda Kleiner (4aN) mit 5,22, Martina Rothenbühler (4bN) mit 5,28, Susanne Schlumpf (4cN) mit 5,28, Matthias Rubin (4dMN) mit 5,61, Michael Finsterwald (4eMN) mit 5,28, Verena Geillinger (4fM) mit 5,39 und Laura Schärmeli (4gM) mit 5,11. Zwei Schülerinnen haben die Maturitätsprüfungen nicht bestanden. (ahi)