SA 09.04.2005

CHRISTLICH-JÜDISCHE ARBEITSGEMEINSCHAFT WINTERTHUR

Ein Preis für engagierte Schüler

Kantons-und Handelsschüler aus Winterthur und Frauenfeld sind für ihre hervorragenden Abschlussarbeiten zum Thema «Ausgrenzung und Toleranz» mit dem Lilo-GoldsteinPreis ausgezeichnet worden.

von EBRU TAN
«Preise gibt es überall. Sie haben den Sinn, die Aufmerksamkeit auf einen Menschen oder eine Sache zu lenken oder einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen», begann Margrit Joelson, Vizepräsidentin der Christlich-jüdischen Arbeitsgemeinschaft, ihre Rede. Die heutigen Auszeichnungen sollten die Aufmerksamkeit auf diejenigen jungen Menschen lenken, welche in ihrem letzten Schuljahr selbständig Arbeiten verfasst haben, die Toleranz, Religion, Zusammenleben, kurz: humanistische Traditionen zum Thema haben. Der Preis ist am Donnerstag zum dritten Mal verliehen worden. Die Schüler haben in ihren Arbeiten die kulturellen, religiösen und sozialen Hintergründe von so genannten «Randgruppen» wie Fahrenden, Ausländern oder Juden untersucht. In diesem Jahr sei eine ungewohnt grosse Anzahl von Arbeiten eingegangen. Ein Gremium, bestehend aus Lehrkräften der Kantonsschulen Winterthur und Frauenfeld und der Berufs-und Fortbildungsschule Winterthur, hat eine erste Vorauswahl getroffen. Da unter diesen Arbeiten immer noch mehrere Arbeiten die Note «sehr gut» verdienten, hat man kurzerhand das Preisbudget erhöht und sechs junge Menschen mit dem 1. Preis (je 500 Franken) und drei junge Menschen mit dem 2. Preis (je 200 Franken) belohnt. Besonders gut gefallen hat den Kritikern die Arbeit des Wirtschaftsgymnasiasten Eren Zeray. Sein 45-minütiger Dokumentarfilm handelt von der Religionsfreiheit der Juden und Christen in Istanbul. In eindrücklichen Bildern zeigt er die vielen Facetten einer multikulturellen Gesellschaft und untermalt seine Ausführungen mit Interviews mit dem Mufti von Istanbul, mit dem jüdischen Gemeindeleiter und einem Sprecher des Patriarchen.

Die Ausgezeichneten
Rahel Bachem, KS Im Lee: Tibet gestern und heute. Das Dach der Welt im Wandel der Zeit. Bettina Heck, KS Im Lee: Die fahrende Bevölkerung in Winterthur: Wahrgenommen, geduldet, respektiert? Deborah Schoch, KS Rychenberg: Schabbat -Schacharit -Schawuot: Juden in Zürich. Einfluss des Glaubens auf den Alltag. Barbara Egger, KS Rychenberg: Zu Beginn war das Leben in der Schweiz ein Schauen, Tasten und Kämpfen -Die Integration von Migranten in der Schweiz am Beispiel von fünf Familien aus dem Zürcher Unterland. Eren Zeray, KS Bühlrain: Ein Film über die Religionsfieiheit der Christen und Juden in Istanbul. Dinara Galiullina, BFS: Ausländer in der Schweiz.

Die Träger des Anerkennungspreises
Dino Tartaruga, KS Im Lee: Wann ist strenger Glaube sektiererischer Glaube? Rosella Blattmann, KS Im Lee: Il microscosmo sociale e familare delle donne italiane emigrate a Winterthur negli anni sessanta. Yael Wenger, KS Frauenfeld: Zwei Frauen. Widerstand im Nationalsozialismus.