Mittwoch 15.03.06

Die Mensa im Lee erstrahlt in neuem Glanz
Nach neunmonatigem Um bau ist die Mensa der Kan tonsschule Im Lee fertig.



Mit einem schlichten Aperitif und untermalt von Swingballaden Nat Coles wurden gestern die neu gestalteten Räumlichkeiten eingeweiht. Sie sind in ihrem farblichen Auftritt kaum wieder zu erkennen. Statt grau-beiger Tristesse dominieren nun frische, kräftige Grün- und Violetttöne die Innengestaltung. Die glänzend weisse Bestuhlung und die ornamental mit zoologischen Zeichnungen Ernst Haeckels bedruckten Wandbehänge erzeugen einen unerwartet gediegenen Gesamteindruck. Man wähnt sich im Grand Café statt in einer Kantine. Die funktionalen Aspekte des 3 Millionen Franken teuren Umbaus zeigen sich in den modernisierten Küchenanlagen, der neuen Fassstrasse und den verbreiterten Durchgängen zum Esssaal. Sehr zufrieden mit dem Gesamtresultat zeigte sich Rektor Thomas Rutschmann. Es habe, wie er betont, fast ohne Störung des Schulbetriebs erreicht werden können. Die Mensa bietet 200 Sitzplätze und existiert in dieser Form erst seit rund vierzig Jahren. Zuvor diente der Raum als Singsaal und Aula. Wichtig ist die Verpflegung im Haus, weil über die Hälfte der Schülerschaft jeden Tag aus umliegenden Gemeinden anreist.

Wandbild ist abgehängt
Seit 1999 waren Bestrebungen im Gange, die in die Jahre gekommene Verpflegungsstätte zu renovieren. Immer wieder kam es jedoch zu Verzögerungen und Planänderungen, was nicht zuletzt daran lag, dass der
80-jährige Schulhauskomplex unter Denkmalschutz steht. Man entschied zuletzt, mit einer Unterfangung des Ostflügels mehr Raum für die Küche zu schaffen, ohne äusserlich in die Architektur einzugreifen. 270 Tonnen Hebekraft waren nötig, um den darüber liegenden Schultrakt zu stabilisieren. Trotzdem kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Elegant umschifft wurde auch das Problem des ungeliebten Wandbildes. Das monumentale Bildnis nackter, turnender Jünglinge war einst Bestandteil der Landesausstellung von 1939 und beherrschte später während mehr als eines halben Jahrhunderts den Esssaal – eine Quelle ständiger Kontroversen. Es wird nun ins Turnhallenfoyer übersiedelt. (mig)