13.12.07
Der grosse Kampf um einen Platz
Schon kurz nachdem um 11.50 Uhr der Gong die Schülerinnen und Schüler in die Mittagspause entlässt, ist die Mensa der Kantonsschule Im Lee zum Bersten voll, der Lärmpegel steigt beträchtlich. Wer strategisch clever vorgeht, kann sich einen Tisch ergattern. Glück gehört jedoch dazu, um beim täglichen Wettrennen einen der begehrten Sitzplätze im Esssaal zu erobern. Wer zu den Glücklichen zählt, wirft erst einmal seinen Schal über die Stuhllehne, bevor er sich in die Schlange vor der Essensausgabe einreiht.
Es holen sich aber nicht alle ihr Essen in der Mensa. Die einen nehmen Sandwiches von zu Hause mit. Wie der 17-jährige Lukas, der strahlend verkündet, seine Mutter mache ihm halt noch Brötli. Sein Kollege Pascal, der in dieselbe Klasse geht, müsste sie selbst streichen und zieht heute deshalb das Mensaessen vor. Die neue Mensa sei im Gegensatz zur alten schon um einiges schöner und gemütlicher, meint der Schüler.
Auch Ursin und Dina, die zu den schnellen Essern gehören und bereits am Abräumen sind, gefällt die umgebaute Mensa besser. Die alte Mensa sei ja nichts Schönes gewesen, und beim Gedanken an die früheren Teppiche schaudert es Dina noch heute. Da die Mensa oft voll sei, entspreche das tägliche Mittagessen trotzdem meist eher einem «Rein und Raus» als einem gemütlichen Verweilen, sagt Dina. Aber im Notfall könne man ja immer noch in die Mensa der Kantonsschule Rychenberg ausweichen. Beide essen auf jeden Fall meist in der Mensa.
Auch Andrea, Fabienne und Tiana, die ins erste Gymi gehen, finden die Mensa nicht schlecht. Fein seien vor allem die Teigtäschli, und Andrea schwärmt von den Chnöpfli mit Rotkraut, welche sie hier gegessen hat. Wenn es kalt sei, habe es keine anderen Orte, wo man sonst noch bequem essen könne.
Nicht nur zum Essen sind Rina, Salome und Stefanie aus der Klasse 3d in die Mensa gekommen. Sie besuchen meistens die Mensa, da sie - wie viele andere Schüler auch - zu wenig Zeit haben, um in die Stadt zu gehen. Im Winter sei es ja sowieso zu kalt, fügen sie an. Jedoch bleiben sie manchmal noch, wenn die anderen längst wieder weg sind. Während der Mittagszeit sei es zwar verboten, in der Mensa zu lernen oder gemütlich herumzusitzen, aber wenn die meisten wieder im Unterricht sind, dürfe man das, erklären sie.
Bei der Antwort auf die Frage, was sie denn in der Mensa am liebsten ässen, sind sie sich einig: Die Suppen seien «der Hammer». Aber auch die Sandwiches seien nicht schlecht. Bedauerlich sei einfach, dass in der Mensa alles so teuer sei, meint Stefanie und fügt an, sie gehe daher halt eher in die Bäckerei für einen Znüni.
In der Zwischenzeit ist die nächste Lektion nähergerückt. Rundherum räumen die Schülerinnen und Schüler die Tische ab, die Mensa leert sich rasch und es kehrt wieder Ruhe ein.
SUSANNA TRUNIGER
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